Abofallen im Internet aufgedeckt

Seit einigen Jahren wird vermehrt vor Abofallen im Internet gewarnt. Bei Abofallen geht es darum, unbescholtenen Bürgern bei der Nutzung von Internetseiten förmlich das Geld aus der Tasche zu ziehen für Abos, die sie niemals abgeschlossen haben und nie haben wollten. Wird nicht bezahlt, erhalten die Geschädigten Briefe von dubiosen Inkasso-Büros und werden somit in Angst und Schrecken versetzt. Zu Anfang haben sich nur wenig Betroffene getraut haben, Widerstand zu zeigen und nicht zu zahlen. Der größte Teil der Verbraucher blieb ruhig und beglich die, zumeist überhöhten Rechnungen. Seitdem jedoch doch Fernsehsendungen und Aufklärungsarbeit im Internet bekannt ist, dass gute Chancen bestehen, sich gegen die Betrügereien zu wehren, trauen sich immer mehr Nutzer, gegen die ungerechtfertigten Rechnungen und Mahnungen gegenan zu gehen.

Die Tricks der Abofallen Betreiber

Betreiber von Abofallen gehen auf eine sehr einfache Art und Weise vor, die sich jedoch als sehr effektiv darstellt. Sei es nun, dass der Verbraucher nach neuen Treibern für seine Hardware im Internet, interessante Kochrezepte oder aber nach Songtexten für aktuelle Hits sucht, alles ist im World Wide Web vorhanden. Geworben wird in den meisten Fällen damit, dass ein Download kostenlos sei. Da die Verbraucher natürlich überwiegend nach diesen kostenfreien Seiten schauen, haben die Betrüger bereits ein leichtes Spiel. Aber ebenso wird mit wirklich kostenfreien Downloads von bestimmten Tools oder Updates, die selbst auf seriösen Seiten absolut kostenlos sind, verfahren. Der Nutzer erhält einen Hinweis, dass er den Dienst nur dann nutzen könne, wenn er sich dazu anmelden würde. Sorglos werden alle gewünschten Informationen eingetragen. Nach dem Absenden landet der Verbraucher dann auch tatsächlich auf einer Seite, die einen Link zu einer Datenbank beinhaltet. Jedoch wenig später wird er in seinem Mailpostfach auch eine Rechnung über einen Betrag vorfinden, der im Regelfall noch knapp unter 100 Euro liegt.

Abofallen im Internet

Gefährliche Dauerbrenner: Abofallen im Internet

Die Begründung in der Rechnung sagt dann aus, dass der Verbraucher einen kostenpflichtigen Vertrag abgeschlossen hätte, der letzendlich über ein Jahr läuft. Sie berufen sich weiterhin darauf, dass der Nutzer die AGB gelesen haben müsste, denn immerhin hat er dieses mit einem Klick bestätigt. Aber genau hier liegt das Problem, denn die AGB sind in den meisten Fällen nur mit viel Suchen aufzufinden. Ebenfalls wird häufig klein und unauffällig darauf hingewiesen, dass der Dienst kostenpflichtig sei – für den Nutzer also kaum zu finden. Natürlich ist dies von den Betreibern der Websiten so gewünscht, denn sie wollen, dass ihr Hinweis übersehen wird und versuchen dann, sich damit herauszureden, dass sie sehr wohl auf ihrer Seite auf die Kostenpflicht hingewiesen hätten. Jedoch lässt sich dies als eine mutwillige Irreführung darstellen, denn der Hinweis muss deutlich für jedermann ersichtlich sein.

Vorsicht mit persönlichen Daten

Darüber hinaus kommt es vermehrt vor, dass die Betreiber ihre Internetseite binnen Stunden verändern. Dies hat den Hintergrund, dass zum Zeitpunkt der Abofalle die Kostenpflicht noch versteckt war, nach dem Zugang der Rechnungen und Mahnungen jedoch diese deutlich ersichtlich sind. Die Abzocker behaupten dann, dass die Angaben auch vorher schon für jedermann einsehbar waren und sie nichts an ihrer Seite verändert hätten. Zahlreiche Tests verschiedener Computerexperten jedoch konnten dies mehrfach widerlegen. Die Liste der Tricks wird in den letzten Monaten immer länger, immer wieder lassen sich die obskuren Betreiber etwas Neues einfallen, um den Internetnutzer auf das Glatteis und somit in die Abofalle locken zu können.

Grundsätzlich wird jedoch angeraten, die Seite umgehend zu verlassen, wenn zur Angabe der persönlichen Daten aufgerufen wird. Ist dies jedoch zu spät, dann sollte auf Rechnungen und Mahnungen keineswegs reagiert werden. Dies gilt selbst dann, wenn von Schufa-Einträgen die Rede ist oder sogar mit Strafanzeigen gedroht wird. Denn zu einem Gerichtsprozess oder ähnlichem werden es die Betrüger aus gutem Grund nicht kommen lassen und geben im Normalfall spätestens nach einem Jahr ihre Bemühungen auf.

Abofallen im Internet

Besonders Internet-Neulinge und unerfahrene Surfer tappen nach wie vor in solche Abofallen und bezahlen die Forderungen. Daher werden sich Abofallen wohl nie ganz verhindern lassen, da den Abzockern immer wieder gutgläubige Menschen ins Netz gehen die diese Abzock-Industrie am Leben erhalten. Aber man kann ein bisschen Prävention betreiben und neue Internetnutzer und Gelegenheitssurfer auf die Problematik aufmerksam machen.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat eine umfangreiche Liste mit Abofallen zusammengestellt. Die Liste ist im PDF Format verfasst und lässt sich natürlich auch kostenlos download und ausdrucken. In dieser Liste kann man im Zweifelsfall nachschlagen und auch einige Infos finden. Ausserdem gibt zum Beispiel der Leitartikel der Verbraucherzentrale viele weitere Tipps & Hinweise für Opfer von Abofallen.

Ein kurzes Video veranschaulicht noch einmal wie Abofallen funktionieren. Man sollte also immer vorsichtig sein wenn man aufgefordert wird die eigene Anschrift anzugeben und im Zweifelsfall vorher Informationen über die Seite bei Google einholen. Mittlerweile befassen sich viele Menschen im Internet mit dem Thema Abofallen. Das führt dazu dass Abzocker in der Regel sehr schnell bekannt werden und man Warnhinweise finden kann, wenn man kurz recherchiert.